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Der Gesetzgeber hat verschiedene Regelungen geschaffen, die sowohl Lkw-Fahrer
als auch Unternehmer einhalten müssen.

Dazu zählen auf europäischer Ebene:

‣ EU-Richtlinie 2002/15/EG

‣ EU-Verordnung 561/2006

 

Und auf nationaler Ebene:

‣ Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

‣ Fahrpersonalgesetz (FPersV)

‣ Fahrpersonalverordnung (FPersV)

 

Für Lkw-Fahrer selbst sind die Regelungen zu Lenk- und Ruhezeiten sowie den Arbeitszeiten
sicherlich am wichtigsten.

Die Gesetze und Richtlinien der Sozialvorschriften betreffen
all jene Fahrzeuge, die ein zulässiges
Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen und mehr aufweisen oder mit
denen mehr als acht Personen (plus Fahrer) befördert werden können.

In Deutschland gelten die Lenk- und Ruhezeiten jedoch auch für Fahrer
von Kraftfahrzeugen mit Anhängern,
die mindestens 2,8 Tonnen und maximal 3,5 Tonnen auf die Waage bringen,
wenn die Kfz zum Gütertransport bestimmt sind.
Ein Kontrollgerät muss in diesen Fahrzeugen allerdings nicht eingebaut sein.

Ebenfalls unter die Sozialvorschriften fallen Gespanne aus
Zugfahrzeug und Arbeitsmaschine mit mehr als 2,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

 

                               Ausnahmen:
Für nachfolgende Kfz gelten die Lenk- und Ruhezeiten nicht!
Nachfolgende Kfz sind davon (Beispiele) ausgenommen:

 Werkstattwagen für Montagen oder Reparaturen, die mit Regalen oder Werkbänken
ausgestattet sind

Wohnmobile

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen (ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht
müssen sie aber mit einem Fahrtenschreiber ausgestattet sein)

Busse, wenn die Linienstrecke 50 Kilometer nicht überschreitet

Kfz zur Beförderung von Material, Maschinen oder Ausrüstung
(das Gesamtgewicht darf 7,5 Tonnen nicht überschreiten,
die Fahrtstrecke muss im Umkreis von 100 Kilometern

liegen)

Verkaufswagen, die im Umkreis von 100 Kilometern genutzt werden,
wobei das Fahren nicht die Haupttätigkeit sein darf

Kfz, deren zulässige Höchstgeschwindigkeit unter 40 km/h liegt

Fahrzeuge zur Pannenhilfe (Fahrt muss in einem Umkreis von 100 km stattfinden)

 Folgende Lenk- und Ruhezeiten sind einzuhalten:

 Tageslenkzeit
Die tägliche Lenkzeit beträgt 9 Stunden. Zweimal in der Woche ist
eine Erhöhung der Tageslenkzeit auf 10 Stunden erlaubt.

Wöchentliche Lenkzeit
Die wöchentliche Lenkzeit darf 56 Stunden nicht überschreiten.
In zwei aufeinander folgenden Wochen darf sie außerdem
nicht länger als 90 Stunden sein.

 Lenkzeitunterbrechung
Nach spätestens 4,5 Stunden Fahrt müssen Lkw-Fahrer eine Pause von 45 Minuten einlegen.

Danach dürfen sie weitere 4,5 Stunden fahren.
Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Pause aufzuteilen.

Die erste Pause muss dann eine Dauer von mindestens 15 Minuten haben,
während die zweite Pause mindestens 30 Minuten lang sein sollte.

(Eigene Anmerkung:
 In Belgien und Frankreich sollte die Lenkzeitunterbrechung mindeste 60 Min  sein,
man sollte sich dann auf den Beifahrersitz begeben; eigene Erfahrung(en))

 

Ruhezeiten

Die tägliche Ruhezeit muss mindestens 11 Stunden dauern,
wobei diese in einem 24-Stunden-Zyklus genommen werden muss.

Die wöchentliche Ruhezeit muss mindestens 45 Stunden betragen, die zusammenhängend zu
nehmen sind. Die 45 Stunden sind demnach nicht unbedingt an einem Samstag und Sonntag
einzuplanen, sondern nach einem Zyklus von 6 mal 24 Stunden.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Ruhezeiten zu unterbrechen oder zu verkürzen.

 Unterbrechung der täglichen Ruhezeit

Die tägliche Ruhezeit können Lkw-Fahrer in einen drei- und einen neunstündigen Abschnitt
aufteilen.
Das heißt sie dürfen innerhalb von 24 Stunden eine Ruhezeit von 3 Stunden einlegen,
anschließend fahren und danach wieder eine Ruhezeit von 9 Stunden einlegen.
Im kombinierten Güterverkehr ist es Lkw-Fahrern erlaubt, die tägliche Ruhezeit zwei Mal für
höchstens eine Stunde zu unterbrechen, wenn sie ihr Fahrzeug begleiten,
das auf einer Fähre oder per Bahn befördert wird.

 

Verkürzung der Ruhezeit

Die Verkürzung der täglichen und der wöchentlichen Ruhezeit ist möglich.
Verkürzte tägliche Ruhezeiten für den Lkw-Fahrer bestehen immer dann,
wenn sie anstelle von 11 Stunden nur 9 Stunden Ruhezeit einhalten.
Die tägliche Ruhezeit kann drei Mal zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten verkürzt werden.

In diesen Fällen muss die Ruhezeit nicht nachgeholt werden.
Die Reduzierung ist jeweils innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums möglich.
Die wöchentliche Ruhezeit dürfen Fahrer auf mindestens 24 Stunden verkürzen, wenn sie in
der vorherigen oder der nachfolgenden Woche eine Wochenruhezeit von 45 Stunden einhalten.

Die ausstehenden 21 Stunden müssen aber innerhalb der folgenden drei Wochen
ausgeglichen werden. Der Ausgleich kann entweder im direkten Anschluss
an eine tägliche Ruhezeit erfolgen oder im Anschluss an die Wochenruhezeit

 

Zusammenfassung

 

 

Zeiträume

Ausnahmen

Lenkzeit

4,5 Stunden

Keine

 

Gesamtlenkzeit pro Tag

9 Stunden

Kann 2 x pro Woche  auf 10 Stunden verlängert werden

Gesamtlenkzeit pro Woche

56 Stunden

In einer Doppelwoche 90 Stunden

Lenkzeitunterbrechung

min. 45 Minuten

In 15- & 30 Minutenblöcke aufteilbar

Ruhezeit pro Tag

11 Stunden

max. 3 x auf 9 Stunden pro Woche reduzierbar

Ruhezeit pro Woche

45 Stunden

Verkürzung auf 24 Stunden möglich. Fehlende 21 Stunden sind innerhalb 3 Wochen nachzuholen.

 

(Auf Wunsch stelle ich die o.a. Informationen in einer *.PDF zusammengefasst zur Verfügung und sende diese kostenlos per SMS/Telegram/E-Mail oder WhatsApp zu, nach Möglichkeit auch in anderen Sprachen (per Google-Übersetzer; keine Garantie für ordnungsgemäße Übersetzung).
Dazu bitte eine PN (über Kontaktdaten im Impressum)

 

(Quelleangabe:  eigene Recherchen, Auszüge aus den EU- & EG Richtlinien/Verordnungen, Internet Recherchen (allgemein zugänglich) usw.)